Mit dem Bau-Turbo hat der Bundesgesetzgeber neue Möglichkeiten für die Kommunen geschaffen, Bauvorhaben schneller zu genehmigen. Ziel ist es, dringend benötigten Wohnraum zügiger bereitzustellen. Gleichzeitig enthält das Gesetz weitreichende Ausnahmen von bestehenden Planungsregelungen. Der Bau-Turbo bietet Chancen, birgt aber zugleich Risiken für Klima, Freiraum und eine geordnete Ortsentwicklung. Umso wichtiger ist es, diese neuen Spielräume verantwortungsvoll, transparent und nach klaren Kriterien zu nutzen.
Genau deshalb haben die Grefrather GRÜNEN sich in den vergangenen Monaten dafür eingesetzt, dass die Gemeinde verbindliche Leitlinien für die Anwendung des Bau-Turbos entwickelt. Während zunächst lediglich über Zuständigkeiten entschieden werden sollte, haben die GRÜNEN deutlich gemacht: Wer schneller bauen will, braucht klare Regeln, um städtebauliche Fehlentwicklungen zu vermeiden.
„Der Bau-Turbo braucht klare Leitplanken. Wer schneller bauen will, muss gleichzeitig transparent machen, nach welchen Kriterien entschieden wird. Dass Grefrath jetzt verbindliche Leitlinien erhält, ist ein wichtiger Erfolg und sorgt für mehr Planungssicherheit für Verwaltung, Politik und Bauwillige gleichermaßen“, erklärt Olaf Dünger, Ratsherr und Mitglied im Bau- und Planungsausschuss.
Trotzdem bleibt aus Sicht der Grünen Luft nach oben. Zentrale Ideen der Fraktion fanden keine Mehrheit.
Dazu gehören verbindliche Klimaschutzmaßnahmen in städtebaulichen Verträgen, eine Quote für sozialen Wohnungsbau sowie strengere Maßstäbe für Bauvorhaben im Außenbereich.
„Wir tragen die vorliegende Fassung der Leitlinien als Kompromiss mit. Gleichwohl bleibt aus unserer Sicht noch Luft nach oben. Gerade beim Klimaschutz, beim bezahlbaren Wohnen und beim Schutz des Außenbereichs hätte sich Grefrath mehr zutrauen können. Wir wollen die neuen Spielräume konsequent für eine nachhaltige und sozial gerechte Ortsentwicklung einsetzen“, betont Maren Rose-Hessler, Co-Sprecherin der Fraktion.
Die Leitlinien zum Bau-Turbo wurden in der Sitzung des Rates der Gemeinde Grefrath vom 30. Juni 2026 einstimmig verabschiedet. Die Grünen werden die praktische Anwendung aufmerksam begleiten. Sollten sich in der Praxis Schwachstellen zeigen, will die Fraktion ihre weitergehenden Vorschläge erneut auf die politische Tagesordnung setzen. Denn für die Grünen gilt auch künftig: Mehr Tempo beim Bauen darf nicht zulasten von Klima, Natur oder Lebensqualität gehen.
Verabschiedete Leitlinien zur Anwendung des „Bauturbos“
Verabschiedete Fallgruppen zur Einordnung der Zuständigkeit
Sitzungsverlauf und -vorlagen:
Bau-Turbo, Ratssitzung, 30. Juni 2026
Bau-Turbo, Bau- und Planungsausschuss, 5. Mai 2026
Bau-Turbo, Ratssitzung, 17. März 2026
Vorschläge Bündnis90/Die Grünen zu Leitlinien und Zuständigkeiten