Änderungsantrag: Klimafolgenanpassung mit Nachdruck verfolgen

Das Klimafolgenanpassungskonzept der Gemeinde Grefrath wurde im Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität am 28.05.2026 vorgestellt. Es ist eine zentrale Grundlage, um unsere Gemeinde auf die bereits heute spürbaren Folgen des Klimawandels vorzubereiten.

Die Datenlage ist eindeutig: Der Klimawandel ist nicht abstrakt – er ist messbar, auch im Kreis Viersen und damit direkt vor unserer Haustür.

Hitzewellen, längere Trockenperioden und zunehmend häufige Starkregenereignisse sind längst Realität. Besonders betroffen sind dicht bebaute und versiegelte Bereiche, die sich im Sommer stark aufheizen und bei Starkregen schnell an ihre Belastungsgrenzen stoßen. Gerade aktuell zeigt sich erneut, wie sehr solche Wetterlagen die Gesundheit belasten – insbesondere ältere Menschen, Kinder, gesundheitlich vorbelastete und sozial schwächere Gruppen.

Die entscheidende Frage ist daher nicht mehr, ob wir handeln müssen, sondern wie entschlossen wir es tun.

Unser Antrag: Klimafolgenanpassung konsequent vorantreiben

Im Ausschuss wurde der Beschlussvorschlag der Verwaltung zur Umsetzung des Klimafolgenanpassungskonzeptes beraten. Darin war vorgesehen:

„Die Verwaltung wird beauftragt, die verbleibenden Maßnahmen auf Machbarkeit und Finanzierbarkeit zu prüfen und diese zu gegebener Zeit, unter Berücksichtigung des Haushaltssicherungskonzeptes der Gemeinde Grefrath, umzusetzen.“

Wir haben dazu einen Änderungsantrag eingebracht. Unser Vorschlag lautet, diesen Passus zu ersetzen durch:

„Die Verwaltung wird beauftragt, die verbleibenden Maßnahmen weiter mit Nachdruck zu verfolgen.“

Dieser Unterschied ist wesentlich – und bewusst gewählt.

Der Verwaltungsvorschlag ist formal nachvollziehbar, setzt aber ein deutliches Stoppschild. Er stellt die Maßnahmen zunächst unter einen starken Vorbehalt von Machbarkeit, Finanzierung und Haushaltssicherung. Dadurch besteht die Gefahr, dass notwendige Klimaanpassungsmaßnahmen verzögert oder in Einzelfällen nicht weiterverfolgt werden.

Der von uns eingebrachte Änderungsantrag setzt dagegen ein klares politisches Signal: Klimaanpassung als aktive Daueraufgabe der Verwaltung. Die Maßnahmen des Klimafolgenanpassungskonzepts sollen ressortübergreifend mitgedacht und konsequent umgesetzt werden. Das dies unter Berücksichtigung der finanziellen und organisatorischen Rahmenbedingungen erfolgt ist dabei selbstverständlich. Entscheidend ist jedoch, dass die Umsetzung nicht bereits vorab ausgebremst wird.

Vorausschauendes Handeln statt teurer Folgekosten

Klimafolgenanpassung ist eine zentrale Zukunftsaufgabe und muss auch politisch so behandelt werden. Gerade in finanziell herausfordernden Zeiten ist vorausschauendes Handeln entscheidend. Wer heute in Klimaanpassung investiert, verhindert morgen deutlich höhere Schäden und Kosten – etwa durch Überflutungen, Hitzefolgen oder beschädigte Infrastruktur. Das ist nicht zuletzt eine soziale Frage.

Hinzu kommt: Zahlreiche Förderprogramme von Bund und Land stehen zur Verfügung, die gezielt für Maßnahmen der Klimaanpassung genutzt werden können.

Klare rechtliche Vorgaben

Darüber hinaus gibt es längst klare rechtliche Rahmenbedingungen. Nordrhein-Westfalen war 2021 das erste Bundesland mit einem Klimaanpassungsgesetz. Seitdem müssen Kommunen die Folgen des Klimawandels bei allen Planungen und Entscheidungen berücksichtigen. Seit Juli 2024 gilt zudem ein Bundesgesetz. Auch im Baugesetzbuch sind Klimaschutz und Klimafolgenanpassung bereits seit 2011 ausdrücklich verankert.

Einordnung unseres Antrags

Mit unserem Antrag wollen wir sicherstellen, dass die im Konzept erarbeiteten Maßnahmen nicht nur vorliegen, sondern auch konsequent weiterverfolgt werden. Dabei geht es uns nicht um fehlendes Vertrauen oder Kritik an der Verwaltung. Im Gegenteil: Die bisherigen Arbeiten werden ausdrücklich anerkannt und unterstützt.

Es geht vielmehr um eine klare politische Prioritätensetzung.

Unser Antrag wurde von der SPD und unserer Fraktion unterstützt. Alle anderen Fraktionen haben sich anders positioniert – das respektieren wir. Unterschiedliche Einschätzungen und politische Schwerpunkte gehören zur kommunalen Demokratie dazu.

Klimaanpassung – was bedeutet das konkret?

Das Klimafolgenanpassungskonzept macht deutlich: Die wirksamsten Maßnahmen liegen in der Stärkung natürlicher Strukturen. Bäume, Grünflächen und unversiegelte Böden spielen dabei eine zentrale Rolle. Sie verbessern das Mikroklima, speichern Wasser, reduzieren Hitze und erhöhen die Lebensqualität. Der Leitgedanke „Grün und Blau vor Grau“ zieht sich deshalb konsequent durch das gesamte Konzept.

Die wichtigsten Maßnahmen sind:

  • Umsetzung von Hitzeaktions- und Starkregenkonzepten
  • Ausbau von Dach- und Stadtbegrünung
  • Schutz von Altbäumen
  • Entsiegelung von Flächen
  • Schaffung von Retentions- und Versickerungsflächen
  • Eine konsequent wassersensible Stadtentwicklung
Fazit

Klimafolgenanpassung ist keine Aufgabe für später, sondern eine Aufgabe für jetzt. Die vorliegenden Maßnahmen bieten eine gute Grundlage. Entscheidend ist, dass sie nun Schritt für Schritt umgesetzt werden.

Nur so kann Grefrath sich nachhaltig auf die Folgen des Klimawandels vorbereiten und die Lebensqualität vor Ort langfristig sichern.

Klimafolgenanpassungskonzept der Gemeinde Grefrath – Entwurf