Zukunft oder schleichende Verödung
Das Einkaufsverhalten hat sich in den letzten Jahren sehr stark verändert. Dafür gibt es vielfache Gründe: in den Ortszentren gibt es immer weniger Fachgeschäfte, auch immer weniger Geschäfte, die von Inhabern selbst geführt werden.
Die Innenstädte verlieren an Attraktivität, die Einkaufsströme konzentrieren sich auf wenige Großzentren wie Köln, Düsseldorf, Gladbach ,Krefeld oder Oberhausen.
Doch auch hier macht sich schon ein Wandel bemerkbar, der der „Geiz ist geil“-Mentalität Rechnung trägt. Das Qualitätsbewusstsein verschiebt sich seit Jahren zu Gunsten der preiswerteren Angebote.
Nicht zu vergessen die allgemeine Arbeitssituation die kaum noch vor Ort stattfindet und deshalb „irgendwo“ und nicht mehr unbedingt am Wohnort eingekauft wird. Da oft beide Partner berufstätig sind, wird Einkaufen zunehmend auch zu einem Stressfaktor, weshalb Fabrikverkauf, Öffnungszeiten bis 22 Uhr,1 € Shops, Outlet-Centren, Baumärkte oder Internetplattformen wie Ebay, Amazon, My Hammer, Musik-Douwnload seit Jahren einen riesen Zuwachs auf Kosten der Fachgeschäfte verzeichnen.
Des Weiteren darf die gravierende soziale Schieflage die seit Jahren für eine immer größere Anspannung sorgt, nicht außer Acht gelassen werden.
Dies Alles zusammengefasst sind Gründe, wieso kleinere Innenstädte veröden und die Kaufkraft spürbar aus den Orten abfließt. Menschen wollen und müssen preiswert einkaufen. Sie haben kaum noch Zeit und wollen ihren Einkäufe preiswert, einfach, zeitsparend und möglichst effektiv tätigen.
Wir haben hier zwar rund 2500 Unterschriften von Antragsgegnern bekommen, doch Grefrath besteht aus ca 16 000 Einwohner.
Die Ängste der Bürger muss man ernst nehmen . Aber ebenso die Ängste der Bürger, dass der Grefrather Ortskern weiter ausstirbt.
Entscheidung ,auch wenn einige Bürger gegenteiliger Meinung sind, sollten das öffentliche Wohl im Auge haben, auch wenn einmal eine gegenteilige Entscheidung notwendig erscheint (z.B. Feuerwehrhaus Mühlhausen) . Gemeinwohl geht vor Einzelwohl. Die Haltung, nur einfach „dagegen“ zu sein, hilft im Allgemeinen nicht weiter bei der Findung von Problemlösungen. Das Motiv, bestehende Pfründe bewahren zu wollen darf keine Entscheidungsgrundlage sein.
(as25.05.2011)